Exotische Salze: teuer und dann auch noch klimaschädigend

Immer wieder versucht der Handel Pferdehalter zu überzeugen, dass exotische Salze in der Mineralfütterung für Pferde besonders wertvoll sind. Angeboten werden rosa Himalaya- Salze, River Salt aus Australien oder Sonnensalz aus Peru. Die Farben der Salze gehen von Rosa, Schwarz, Braun bis Weiß. Je ausgefallener die Farbe, desto gesunder das Salz, meint manch Pferdehalter.

Dabei ist wissenschaftlich längst bewiesen, dass die exotischen Salze keinerlei Inhaltsstoffe haben, die besonders gesund sind. Selbst die bunten Salze gleichen unseren heimischen Steinsalzen.

Die Verfütterung exotischer Salze hat also keinerlei Vorteile. Aber Nachteile: Sie sind erheblich teurer, besser überteuert und haben zusätzlich eine sehr schlechte Transportbilanz. Die langen Transportwege sorgen für einen erhebliche und vermeidbaren CO2- Ausstoss und sind dadurch unbestritten klimaschädlich.

Exotische Salze zu verfüttern ist nicht nur überflüssig und teuer, sondern klimaschädlich. Nachhaltige Pferdehaltung kann und muss deshalb auf exotische Salze verzichten.

Was meint dazu die Verbraucherzentrale Hamburg:

Viele Kunden haben Vertrauen in Produkte, denen etwas Exotisches anhaftet, weil sie beispielsweise aus Asien kommen. Das wird durch Namen wie ‚Himalaya‘ noch verstärkt. Viele zahlen dafür viel zu viel Geld. Die Gesundheitsversprechen werden in den seltensten Fällen erfüllt.
Leider gibt es immer noch zu viele, die so Geschäfte machen. Die Gewinnspannen sind enorm.
Silke Schwartau, Verbraucherzentrale Hamburg

2019: Hohe Stickstoffgehalte verlangen reduzierte Düngung

Vorgezogen: Vegetationsbeginn 2019 erste Märzwochen erwartet

Der besonders lange und heiße Sommer 2018 wirkt sich auch noch auf das Frühjahr 2019 aus: Durch die hohen Temperaturen wuchsen die Pflanzen, auch Gräser, zeitweilig überhaupt nicht mehr. Ihr erinnert Euch sicher an die strohgelben Weiden. Und wer nicht wächst, der verbraucht auch keine Nährstoffe. Folglich ist der Boden mit hohen Nährstoffgehalten, besonders dem Wachstumsdünger Stickstoff (N) in die Winterruhe gegangen. Üblicherweise haben wir im Winter mehr Niederschläge als Verdunstung und ein Teil des auswaschungsgefährdeten Stickstoffs wird aus der Wurzelzone in tiefere Bodenschichten bis hin zum Grundwasser verlagert (ausgewaschen). Aber auch das geschah in ganz vielen Gebieten in Deutschland nicht so, wie es sonst in unserem humiden Klima üblich ist. Ein Großteil des ohnehin sehr üppig im Herbstboden befindlichen Stickstoffs wurde durch die starke Trockenheit im Winter nicht in Richtung Grundwasser ausgewaschen. Das Resultat in diesem Frühjahr: Zu Wachstumsbeginn befindet sich noch viel Stickstoff (Wachstumsdünger), deutlich mehr als in den Vorjahren!

Im Frühjahr 2019 müssen mindestens 10 kg bis 20 kg Stickstoff (N) aus dem Boden angerechnet werden. Anstelle der für Pferdeweiden empfohlenen 50 kg sind in diesem Jahr nur 30 – 40 kg N als Wachstumsdünger notwendig. Je heißer der Sommer im Jahr 2018, je trockener der Boden in 2019 und je schwerer die Böden, desto weniger Stickstoff muss nachgedüngt werden.

Anders wird sich die Situation im Süden Deutschlands darstellen. In einigen Regionen taut noch sehr viel Schnee und wird Stickstoff aus dem Wurzelhorizont der Gräser in tiefere, unerreichbare Schichten verfrachten. Hier sollten Pferdehalter sich mit den Grünlandberatern der zuständigen Landwirtschaftsbehörden in Bayern und Baden- Württemberg in Verbindung setzen und fragen, wie hoch der Stickstoffvorrat im Boden (Nmin) derzeit ist und welche menge anzurechnen ist.

Durch das milde Frühjahr und den relativ warmen Böden ist auch mit einem ungewöhnlich frühen Vegetationsbeginn des Grünlandes zu rechnen. Die Landwirtschaftsämter bzw. Landwirtschaftskammern rechnen an geschützten Standorten bereits teilweise mit dem Wachstumsbeginn in den ersten zwei Märzwochen. 

Raumgewichte

Es gibt viele Gründe, wann man mit Raumgewichten (ganz Korrekt Raummasse oder Dichte) arbeiten muss: Futtermittellagerung, Futtermittelkakulation, Transport, Preisangaben, usw.. Bei allen diesen Aufgaben eines Betriebsleiters sind präzise Angaben nicht nur hilfreich, sondern wichtig. Aus diesem Grund hier einige wesentlichen Werte:

  • Heu, lose: 70 kg/m3 oder 1,4 m3/dt
  • Heu, kleine Ballen: 80kg/m3 oder 1,2 dt/m3
  • Heu, Rundballen: 600 kg/m3 oder 1,5 dt/m3
  • Heu, Rechteckballen: 600 kg/m3 oder 1,6 dt/m3

Folgende Ballengrößen sind üblich

  • Rundballen Heu, 0,90 m x Höhe 1,20 m: 120 kg
  • Rundballen Heu, 1,60 m x 1,20 Höhe: 380 kg
  • Quaderballen Heu, 2,00 m x 1,20 m x 0,90 m: 280 kg
  • Rundballen Stroh, 1,50 x 1,20 Höhe: 300 kg
  • Quaderballen Stroh, 2,00 m x 1,20 m x 0,90 m: 300 kg
  • Quaderballen Stroh, 1,60 m x 1,20 m x 0,90 m: 200 kg
  • Wichtig auch die Massenangaben beim Pferdemist, um Anfall und Lagerung kalkulieren zu können: 0,50 t/m3 oder 2 m3/t

Düngemittelpreise frühes Frühjahr 2019

Jetzt ist die Zeit, Bodenproben vom Grünland zu ziehen und die Düngung zu planen. Mit folgenden Preisen solltet Ihr kalkulieren:

Folgende Düngemittelpreise (lose, € je dt, ohne Umsatzsteuer) sind im frühen Frühjahr 2019 üblich:

Stickstoffdünger

Kalkammonsalpeter (KAS) 27%N + 10% Ca: 21,00 – 24,00

Harnstoff 46% N: 29,00 – 32,00

Phosphordünger

Tripelphosphat 46% P2O5: 36,00 – 39,00

Kalidünger + Magnesiumdünger

40iger Kornkali 40% K2O+ 6% MgO: 23,00 – 26,00

Magnesia- Kainit 11% K2O + 5% MgO: 11,00 – 14,00

Kalimagnesia30% K2O + 10% MgO: 35,00 – 38,00

Kalkdünger

Kohlensaurer Kalk (CaCO3) 90% CaCO3 bzw. 47% CaO: 3,00 – 4,00

* Bild zeigt ein Kalkabbaugebiet in Dänemark. Hier wird Muschelkalk abgebaut, um als Kohlensauren Kalk (CaCO3) in der Düngung einzusetzen. Dieser Muschelkalk ist ein reines Naturprodukt und kann auch in der biologischen Landwirtschaft zur Düngung eingesetzt werden.