Düngemittelpreise frühes Frühjahr 2020

Jetzt ist die Zeit, Bodenproben vom Grünland zu ziehen und die Düngung zu planen. Mit folgenden Preisen solltet Ihr kalkulieren:

Folgende Düngemittelpreise (lose, € je dt, ohne Umsatzsteuer) sind im frühen Frühjahr 2020 üblich:

Stickstoffdünger

Kalkammonsalpeter (KAS) 27%N + 10% Ca: € 19,50 – € 22,00

Harnstoff 46% N: € 28,30 – € 30,060

Phosphordünger

Tripelphosphat 46% P2O5: € 28,40 – € 32,40

Kalidünger + Magnesiumdünger

40iger Kornkali 40% K2O+ 6% MgO: €23,60 – €25,90

Magnesia- Kainit 11% K2O + 5% MgO: €11,70 – €13,50

Kalimagnesia 30% K2O + 10% MgO: €34,020 – €37,50

Kalkdünger

Kohlensaurer Kalk (CaCO3) 90% CaCO3 bzw. 47% CaO: 3,20 – 4,25

* Bild zeigt ein Kalkabbaugebiet in Dänemark. Hier wird Muschelkalk abgebaut, um als Kohlensauren Kalk (CaCO3) in der Düngung einzusetzen. Dieser Muschelkalk ist ein reines Naturprodukt und kann auch in der biologischen Landwirtschaft zur Düngung eingesetzt werden.

Die Sommer-Dürre ist keine Ausnahme mehr

Zum fachgerechten Grünlandmanagement gehört die kluge Steuerung aller Wachstumsfaktoren. Dabei gilt nach wie vor der Grundsatz, dass derjenige Wachstumsfaktor, der am weitesten vom Bedarf abweicht, das Grünland bestimmt. Ihr könnt so viel Düngen, wie Ihr wollt, wenn z.B. die Wasserversorgung im Mangel ist, dann wird auch der Ertrag des Grünlandes im Mangel sein.

Die liebigsche Tonne visualisiert das Minimumgesetz von Justus von Liebig (1828):
Das Wachstum von Pflanzen wird durch die im Verhältnis knappste Ressource (Wachstumsfaktoren) eingeschränkt.

Da können alle reden wie sie wollen, aber dass die Wasserversorgung der Pflanzen in Deutschland immer öfter ein ernstzunehmendes Problem ist, das ist gesichert. In den Sommermonaten entwickelt sich das Klima, besonders in den östlichen Landesteilen, in Richtung Steppenklima.

Was ist Steppenklima? Ganz korrekt ausgedrückt heißt es kontinentales, arides Klima und bedeutet, dass die Wasserverdunstung insgesamt größer ist, als der Niederschlagsgewinn des Bodens (= negative Wasserbilanz). Dies ist in den Sommermonaten in weiten Teilen Deutschlands mittlerweile der Fall. Da wir aber im Winter noch mehr Niederschlagsgewinn als Verdunstung haben (= humides Klima, also positive Wasserbilanz), wird das derzeitige Klima in Deutschland semiarid genannt (semi = halb).

Deutschland versteppt?

In Deutschland regnet es unterschiedlich viel. Es gibt langjährige Niederschlagstabellen mit über 1000 mm/m2 und nur 500 mm/m2. So regnen sich die feuchten Wolken vor den Bergen ab, um aufsteigen zu können (Alpen, West-Harz, West- Schwarzwald usw.) und auf der Regenschattenseite dieser Berge ist es wesentlich trockener, es hat ja schon davor geregnet. So gibt es Regenschattengebiete in Deutschland, die erheblich trockener sind als regenreiche Gebiete in Deutschland, die im Einflussbereich der feuchten Meeresluft liegen. Welche Jahresniederschläge im langjährigen Mittel gemessen werden, könnt Ihr hier sehen. Zurück zur eigentlichen Frage: Besonders trocken sind z.B. der Ostharz, das Thüringer Becken sowie viele küstenferne Bundesländer, besonders Ostdeutschland. Nach langjährigen Beobachtungen regnet es in Regionen mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen durchschnittlich 530 mm/m2. In den letzten zwei Jahren wurden aber durchschnittlich 200 mm/m2 weniger Niederschlag gemessen. Es gab also durchschnittlich nur noch 330 mm/m2 in den niederschlagsarmen Regionen. Das ist arides Klima und begünstigt eine Steppenvegetation. Bäume können dem Trockenstress nicht mehr standhalten, nehmen Schaden und sterben langsam ab. Nur noch trockenresistente Gräser werden überleben. Ihr müsst wissen, dass übliche mitteleuropäische Bäume durchschnittlich mindestens 500 mm/m2 benötigen. Wenn diese Trend so anhält, und das sagen die meisten Prognosen, dann wird sich Deutschland ganz langsam von einem Wald- zu einem Steppenland wandeln.

Wo gibt es seriöse Zahlen über den Wachstumsfaktor Bodenwasser?

Das renommierte Helmholz- Umweltzentrum in Leipzig hat einen interaktiven Dürremonitor ins Netz gestellt, den Ihr zur Planung Eures Grünlandmanagements gewinnbringend nutzen könnt (solltet).

Der Dürremonitor zeigt Euch tagesaktuell, wie es um den Wachstumsfaktor Wasser steht.

Auf den Deutschlandkarten sehen Ihr den tagesaktuellen Dürrezustand des Gesamtbodens und des Oberbodens, der schneller auf kurzfristige Niederschlagsereignisse reagiert, sowie das pflanzenverfügbare Wasser im Boden. Der wesentliche Wert für Euch ist das pflanzenverfügbare Wasser des Bodens, weil die Pflanze nur an dieses Wasser gelangen kann. Gemessen wird das pflanzenverfügbare Wasser mit der nutzbaren Feldkapazität (0 %nFK = Welkepunkt, < 50 %nFK = beginnender Trockenstress, < 30 %nFK = Trockenstress)

Der wesentliche Wert für Euch ist das pflanzenverfügbare Wasser des Bodens, weil die Pflanze nur an dieses Wasser gelangen kann. Weiterhin wesentlich für die Sommermonate ist der Wasservorrat im Unterboden, weil der auch bei anhaltender Sommerhitze noch Wasser in den Wurzelbereich nachliefern kann. Besonders im Winter ist es wichtig zu beobachten, ob sich der Wasservorrat im Unterboden anreichert. Bei den derartig heißen Sommern mit negativer Wasserbilanz wird das kaum passieren können.

Zusätzlich zu den drei Deutschlandkarten können Ihr auch Karten der einzelnen Bundesländer abrufen und auch herunterladen. Der Dürremonitor ist also ein solides Werkzeug, Euch mit dem Klima Eurer Region auseinanderzusetzen als auch auf Klimaveränderungen zu reagieren. Mittlerweile ein Must und kein Nice to Have mehr bei der Projektarbeit im Bereich Fütterung, Grünlandmanagement, Betriebswirtschaft.

Die neuen Fortbildungsstufen

gültig ab 1.1.2020, veröffentlicht im Berufsbildungsgesetz § 53 und § 54

Die höhenqualifizierende Berufsbildung ist zum 1.1.2020 neu geregelt worden

Mit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes BBiG ist die höhenqualifizierende Berufsbildung weitreichend verändert worden. Ziel ist es, die Berufsbildung der Universitätsausbildung anzugleichen. Für Eure Karriereplanung ist es wesentlich, diese Neuordnung zu kennen.

Alles beginnt mit der bekannten Berufsausbildung mit dem Abschluss als Pferdewirt/in. Auf diesen Berufsabschluss baut jetzt die neugeregelte, höhenqualifizierende Berufsbildung auf und organisiert dies in 3 Fortbildungsstufen.

  • Fortbildungsstufe 1: Geprüfter Berufsspezialist, Voraussetzung Berufsabschluss, 400 h Fortbildungsumfang, DQR/EQR 5, Beispiel: Geprüfter Berufsspezialist/in für Tierbesamung* (ehemaliger Besamungswart/in)
  • Fortbildungsstufe 2: Bachelor Professional, Voraussetzung Berufsabschluss und/ oder Abschluss Fortbildungsstufe 1, 1200 h Fortbildungsumfang, DQR/EQR 6, Beispiel: ehemaliger Meister, jetzt Bachelor Professional in Pferdewirtschaft*
  • Fortbildungsstufe 3: Master Professional, Voraussetzung Bachelor Professional, 1600 h Fortbildungsumfang, DQR/EQR 7, Beispiel: Master Professional in Pferdewirtschaft*

* Die kursiv geschriebenen Abschlussnamen sind vermutet, nicht offiziell

Pferdegerechte Pflanzen

Hier ist eine aktuelle Liste Pferdegerechte Pflanzen. Diese Pflanzen sind nach heutiger Auffassung für Pferde nicht giftig und gelten als pferdegerecht:

  • Weide
  • Haselnuss
  • Felsenbirne
  • Quitte
  • Weißdorn
  • Forsythie
  • Schlehe (Schwarzdorn)
  • Mehlbeere
  • Holunder
  • Bauernjasmin
  • Flieder
  • Spiräen
  • Weigelie
  • Hortensie
  • Johannesbeere
  • Feuerdorn,
  • Flieder
  • Linde
  • Holzapfel
  • Erle
  • Ulme
  • Pappel
  • Birke
  • Fingerstrauch
  • Schlehdorn
  • Brombeere, Hunds- und Filzrose
  • Hartriegel, 
  • Hagebutte

Im Idealfall werden diese Pflanzen als Hecke (Knick) angelegt und gepflegt. Sowohl in meinem aktuellen Giftpflanzenbuch (2018) als auch im Internet befinden sich Hinweise zur Anlage und zur Pflege eines Knicks (z.B. „auf den Stock setzen“). Info Knickpflege

Mit Weidetrieben lässt sich auch prima eine Pergola, geflochtene Sicht-/Windschutzwand oder ein Tipi (Info Tipi) bauen. Abgetrennte Triebe wurzeln in Wasser sehr rasch und können als Setzlinge benutzt werden. Info Weiden-Hecke

Gentechnikfreiheit ist nicht umsonst

Viele Kunden wünschen sich keine gentechnisch veränderten Futtermittel für ihre Pferde. Der Verzicht und das Versprechen, auf transgene Nutzpflanzen zu verzichten, kann für Pferdebetriebe eine Möglichkeit darstellen, zusätzliche Kunden zu gewinnen.

Gentechnikfreie Pferdefuttermittel kostet Geld, bei Soja +30%

Ein Betrieb, der damit wirbt, keine genveränderten Futtermittel einzusetzen, muss aber auch seinen Kunden kommunizieren, dass dieses Versprechen mit erhöhten Futtermittelpreisen einhergehen kann.

Wie gross die Preisdifferenz transgener mit gentechnikfreien Nutzpflanzen sein kann, zeigt das Beispiel Soja:

Im Sommer 2019 kostet transgener Sojaschrot 33,05 € (+ Umsatzsteuer + Verpackung + Lieferung), nicht gentechnisch verändertes Sojaschrot wird im selben Zeitraum mit 42,80 € (+ Umsatzsteuer + Verpackung + Lieferung) gehandelt. Das ist ein Plus von ca. 30% für ein nicht genverändertes Pferdefutter.

Exotische Salze: teuer und dann auch noch klimaschädigend

Immer wieder versucht der Handel Pferdehalter zu überzeugen, dass exotische Salze in der Mineralfütterung für Pferde besonders wertvoll sind. Angeboten werden rosa Himalaya- Salze, River Salt aus Australien oder Sonnensalz aus Peru. Die Farben der Salze gehen von Rosa, Schwarz, Braun bis Weiß. Je ausgefallener die Farbe, desto gesunder das Salz, meint manch Pferdehalter.

Dabei ist wissenschaftlich längst bewiesen, dass die exotischen Salze keinerlei Inhaltsstoffe haben, die besonders gesund sind. Selbst die bunten Salze gleichen unseren heimischen Steinsalzen.

Die Verfütterung exotischer Salze hat also keinerlei Vorteile. Aber Nachteile: Sie sind erheblich teurer, besser überteuert und haben zusätzlich eine sehr schlechte Transportbilanz. Die langen Transportwege sorgen für einen erhebliche und vermeidbaren CO2- Ausstoss und sind dadurch unbestritten klimaschädlich.

Exotische Salze zu verfüttern ist nicht nur überflüssig und teuer, sondern klimaschädlich. Nachhaltige Pferdehaltung kann und muss deshalb auf exotische Salze verzichten.

Was meint dazu die Verbraucherzentrale Hamburg:

Viele Kunden haben Vertrauen in Produkte, denen etwas Exotisches anhaftet, weil sie beispielsweise aus Asien kommen. Das wird durch Namen wie ‚Himalaya‘ noch verstärkt. Viele zahlen dafür viel zu viel Geld. Die Gesundheitsversprechen werden in den seltensten Fällen erfüllt.
Leider gibt es immer noch zu viele, die so Geschäfte machen. Die Gewinnspannen sind enorm.
Silke Schwartau, Verbraucherzentrale Hamburg

2019: Hohe Stickstoffgehalte verlangen reduzierte Düngung

Vorgezogen: Vegetationsbeginn 2019 erste Märzwochen erwartet

Der besonders lange und heiße Sommer 2018 wirkt sich auch noch auf das Frühjahr 2019 aus: Durch die hohen Temperaturen wuchsen die Pflanzen, auch Gräser, zeitweilig überhaupt nicht mehr. Ihr erinnert Euch sicher an die strohgelben Weiden. Und wer nicht wächst, der verbraucht auch keine Nährstoffe. Folglich ist der Boden mit hohen Nährstoffgehalten, besonders dem Wachstumsdünger Stickstoff (N) in die Winterruhe gegangen. Üblicherweise haben wir im Winter mehr Niederschläge als Verdunstung und ein Teil des auswaschungsgefährdeten Stickstoffs wird aus der Wurzelzone in tiefere Bodenschichten bis hin zum Grundwasser verlagert (ausgewaschen). Aber auch das geschah in ganz vielen Gebieten in Deutschland nicht so, wie es sonst in unserem humiden Klima üblich ist. Ein Großteil des ohnehin sehr üppig im Herbstboden befindlichen Stickstoffs wurde durch die starke Trockenheit im Winter nicht in Richtung Grundwasser ausgewaschen. Das Resultat in diesem Frühjahr: Zu Wachstumsbeginn befindet sich noch viel Stickstoff (Wachstumsdünger), deutlich mehr als in den Vorjahren!

Im Frühjahr 2019 müssen mindestens 10 kg bis 20 kg Stickstoff (N) aus dem Boden angerechnet werden. Anstelle der für Pferdeweiden empfohlenen 50 kg sind in diesem Jahr nur 30 – 40 kg N als Wachstumsdünger notwendig. Je heißer der Sommer im Jahr 2018, je trockener der Boden in 2019 und je schwerer die Böden, desto weniger Stickstoff muss nachgedüngt werden.

Anders wird sich die Situation im Süden Deutschlands darstellen. In einigen Regionen taut noch sehr viel Schnee und wird Stickstoff aus dem Wurzelhorizont der Gräser in tiefere, unerreichbare Schichten verfrachten. Hier sollten Pferdehalter sich mit den Grünlandberatern der zuständigen Landwirtschaftsbehörden in Bayern und Baden- Württemberg in Verbindung setzen und fragen, wie hoch der Stickstoffvorrat im Boden (Nmin) derzeit ist und welche menge anzurechnen ist.

Durch das milde Frühjahr und den relativ warmen Böden ist auch mit einem ungewöhnlich frühen Vegetationsbeginn des Grünlandes zu rechnen. Die Landwirtschaftsämter bzw. Landwirtschaftskammern rechnen an geschützten Standorten bereits teilweise mit dem Wachstumsbeginn in den ersten zwei Märzwochen. 

Raumgewichte

Es gibt viele Gründe, wann man mit Raumgewichten (ganz Korrekt Raummasse oder Dichte) arbeiten muss: Futtermittellagerung, Futtermittelkakulation, Transport, Preisangaben, usw.. Bei allen diesen Aufgaben eines Betriebsleiters sind präzise Angaben nicht nur hilfreich, sondern wichtig. Aus diesem Grund hier einige wesentlichen Werte:

  • Heu, lose: 70 kg/m3 oder 1,4 m3/dt
  • Heu, kleine Ballen: 80kg/m3 oder 1,2 m3/dt
  • Heu, Rundballen: 600 kg/m3 oder 1,5 m3/dt
  • Heu, Rechteckballen: 600 kg/m3 oder 1,6 m3/dt

Folgende Ballengrößen sind üblich

  • Rundballen Heu, 0,90 m x Höhe 1,20 m: 120 kg
  • Rundballen Heu, 1,60 m x 1,20 Höhe: 380 kg
  • Quaderballen Heu, 2,00 m x 1,20 m x 0,90 m: 280 kg
  • Rundballen Stroh, 1,50 x 1,20 Höhe: 300 kg
  • Quaderballen Stroh, 2,00 m x 1,20 m x 0,90 m: 300 kg
  • Quaderballen Stroh, 1,60 m x 1,20 m x 0,90 m: 200 kg
  • Wichtig auch die Massenangaben beim Pferdemist, um Anfall und Lagerung kalkulieren zu können: 0,50 t/m3 oder 2 m3/t

Düngemittelpreise frühes Frühjahr 2019

Jetzt ist die Zeit, Bodenproben vom Grünland zu ziehen und die Düngung zu planen. Mit folgenden Preisen solltet Ihr kalkulieren:

Folgende Düngemittelpreise (lose, € je dt, ohne Umsatzsteuer) sind im frühen Frühjahr 2019 üblich:

Stickstoffdünger

Kalkammonsalpeter (KAS) 27%N + 10% Ca: 21,00 – 24,00

Harnstoff 46% N: 29,00 – 32,00

Phosphordünger

Tripelphosphat 46% P2O5: 36,00 – 39,00

Kalidünger + Magnesiumdünger

40iger Kornkali 40% K2O+ 6% MgO: 23,00 – 26,00

Magnesia- Kainit 11% K2O + 5% MgO: 11,00 – 14,00

Kalimagnesia30% K2O + 10% MgO: 35,00 – 38,00

Kalkdünger

Kohlensaurer Kalk (CaCO3) 90% CaCO3 bzw. 47% CaO: 3,00 – 4,00

* Bild zeigt ein Kalkabbaugebiet in Dänemark. Hier wird Muschelkalk abgebaut, um als Kohlensauren Kalk (CaCO3) in der Düngung einzusetzen. Dieser Muschelkalk ist ein reines Naturprodukt und kann auch in der biologischen Landwirtschaft zur Düngung eingesetzt werden.

Licht!

Das natürliche Spektrum des Sonnenlichtes hat starken Einfluss auf das Tierverhalten sowie auf den gesamten Stoffwechsel, wodurch Widerstandskraft, Leistungsfähigkeit und Fruchtbarkeit positiv beeinflusst werden. Deshalb sollen sich Pferde täglich im natürlichen Licht aufhalten können (Auslauf, Außenklappen etc.). Handelsübliche Lichtquellen können das natürliche Spektrum des Sonnenlichts nicht ersetzen

Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten.
Hell, heller am hellsten. In der Steppe ist das Licht besonders intensiv. An diese Bedingungen sind auch unsere Pferde noch angepasst. Besonders im Winter ist es in den trockenen Steppengebieten besonders hell, denn im Winter gibt es kaum Wolken und Niederschlag.

Längst nicht alle Pferde haben die Chance sich täglich im natürlichen Tageslicht aufzuhalten. Dafür gibt es viele gute und weniger gute Gründe. Statt im Tageslicht stehen unsere Pferde in dunklen Pferdeboxen. Das muss nicht sein, denn dank der fortschreitenden Entwicklung von LED- Leuchtmitteln ist es jedem Pferdehalter möglich und finanziell zumutbar, seinem Pferd Tageslicht zu spendieren.

Soviel Tageslicht braucht ein Pferd täglich:

Die Tageslichtlänge verändert sich entsprechend der Jahreszeit. Diese Veränderungen müssen von den Pferdehaltern berücksichtigt werden, denn Pferde erkennen die Jahreszeit nicht an der Temperatur, sondern an der Tageslichtlänge.
Dunkle Pferdeställe sind tagsüber für die an Helligkeit adaptierten Steppentiere keinesfalls geeignet.

Welche Leuchtmittel eignen sich?

  • Vollspektrum- LED- Leuchtmittel. Sie erzeugen sonnenähnliches Licht (5.000 – 6.000 Kelvin Lichttemperatur).
  • Eine UV- Strahlung ist nicht notwendig und nicht ratsam: Sonnenbrand!
  • Vollspektrum- LED- Leuchten mit 30 – 40 Watt kosten ca. 50 €, die Haltbarkeit ist mit 50.000 h relativ hoch.
  • LED- Leuchtmittel werden weit weniger heiß und sind im Pferdestall sicherer als vergleichbare Glühlampen.
  • LED- Leuchtmittel haben relativ wenig Insektenanflug, verglichen mit Glühlampen
  • LED- Leuchtmittel gibt es auch wassergeschützt (IP 66).
  • LED Vollspektrum- Tageslicht- Leuchtmittel sind auch als Leuchtstoffröhren im Handel und können in handelsübliche Rasterleuchte eingesetzt werden.
  • Jedes Pferd benötigt über dem Pferd ein LED- Vollspektrum- Leuchtmittel mit der Leistung von mindestens 30, besser 40 Watt (2700 Lumen – 3600 Lumen)

Watt, Lumen, Lux

Schock Deinen Elektroinstallateur und benutze die richtigen Fachbegriffe. Eine Lampe strahlt Licht ab. Je mehr Leistung ein Leuchtmittel hat, desto mehr Licht kann es abgeben. Die Leistung wird in Watt (W) gemessen. Die vom Leuchtmittel abgestrahlte Lichtmenge wird in Lumen (Lm) angegeben. Je nach Umgebung, Reflexion und Objektabstand fällt eine veränderte Lichtmenge auf das gewünschte Objekt. Die auf das Objekt, hier unser Pferd auftreffende Lichtmenge wird in Lux (Lx je m2) gemessen.

Die alte Glühlampe erzeugte etwa 12-14 Lumen je 1 Watt, heutige LED- Leuchtmittel sind wesentlich effizienter und erzeugen 80 – 100 Lumen je Watt.

So können stolze Steppentiere gebrochen werden

Wie hell sind Pferdeställe?

Übliche Pferdeställe werden im Pferdebereich mit 70 – 100 Lux beleuchtet. Alle für den Stallbereich bekannten Vorschriften, Normen und Ratschläge beziehen sich immer auf den Menschen und dessen Arbeitssicherheit. Die Unfallverhütungsvorschriften fordern eine Beleuchtung von 200 Lux. Nur der Vergleich zeigt, wie dunkel diese Pferdeställe sind: Klassenräume 500 Lx, bedeckter Himmel 5.000 Lx, Sonnenlicht 10.000 Lx – 100.000 Lx. Digitale Lux- Messgeräte (Luxmeter) gibt es bereits für 20 – 40 Euro. Achtung: Den meist milchfarbenen Sensor unbedingt zum Licht und nicht zum Pferd ausrichten. Zur ersten, überschlägigen Messung eignen sich auch Luxmeter als App des Mobiles.

Ein Luxmeter dient zur sicheren Bestimmung der Lichtmenge. Richtig angewandt wird das Gerät immer in direkter Nähe zum Pferd mit der Sensorrichtung zum Licht. Dann wird exakt diejenige Menge Licht gemessen, die beim Pferd ankommt.

Wie hell sollen, besser müssen Pferdeställe sein?

Vollspektrum- Vollspektrum- Leuchtmittel wirken nur positiv, wenn das Pferd mit mindestens 1.000 Lux entsprechend der Jahreszeit (s.o.) belichtet werden. Das ist möglich mit einem LED- Leuchtmitteln über dem Pferd mit einer Leistung von 30 – 40 Watt, die dann rund 3.000 Lumen abstrahlen. Ganz wichtig: Das Pferd muss ganzflächig vom Licht erfasst werden. Pferdedecken verhindern das, auch der Blick des Pferdes aus einem Fenster reicht für die positiven Auswirkungen des Lichtes keineswegs aus.

Ein Guckloch kompensiert keinen dunklen Stall. Das Licht muss die gesamte Hautoberfläche belichten.

Was macht das Licht?

Pferde, ebenso wie viele andere Tiere und Pflanzen, werden durch das Licht gesteuert. So wird beispielsweise die Jahreszeit nicht anhand der Temperatur gesteuert, sondern durch die sich verändernde Tageslichtlänge. Deshalb ist es wichtig, dass die Belichtung sich dem Lauf der Jahreszeit anpasst. Wird im Winter anstelle der z.B. 8 h mit 16 h belichtet, denken die Pferde, dass es Sommer ist. Der Fellwechsel setzt ein, der Körper stellt sich auf Fruchtbarkeit um, usw.. Es ist z.B. durch Prof. Aurich beschrieben, dass eine längere Belichtung als die Jahreszeit bereithält, zu früheren Abfohlterminen führt. Deshalb muss sich eine tiergerechte Belichtung im Stall an den Jahreslauf halten. Fohlen haben im Januar nichts zu suchen!

Licht steuert das Pferd durch entsprechende Hormonproduktion. Viel Licht steigert den Serotoninspiegel, Dunkelheit erhöht den Melatoninspiegel des Pferdes. Kurz gesagt ist Serotonin ein Aktivitätshormon und Melatonin ein Passivhormon. Beide Hormone in abgewogener und zeitgerechter Dosierung sind wichtig.

Wirkung der "Licht"-Hormone

Serotonin (Licht)Blutdrucksteigerung
verbesserte Blutgerinnung
verbesserte Darmperistaltik (Darmbewegung, Futtertransport)
senkt Schlafbedürfnis
erhöht Temperatur, Schmerzempfinden, Appetit, Sexualverhalten
dämpft Angst und Aggressivität
steigert Aktivität und Leistungsfähigkeit
"Sommerbetrieb"
Melatonin (Dunkelheit)Müdigkeit, erholsamer Schlaf (nur, wenn tags der Serotoninspiegel hoch und nachts der Melatoninspiegel hoch ist)
steuert den Tages- Nachtrhythmus
Trägkheit
"Winterbetrieb"

Vergleich Glühlampe mit LED- Leuchtmittel

Glühlampe
12 - 14 Lumen / 1 Watt
25 W - 300 lm
40 W - 480 lm
60 W - 720 lm
100 W - 1400 lm
200 W - 2800 lm
LED - Leuchtmittel
80 - 100 Lumen / 1 Watt
2 W - 180 lm
5,5 W - 480 lm
7W - 630 lm
9 W - 810 lm
13 W - 1170 lm
18 W - 1620 lm
30 W - 2700 lm
40 W - 3600 lm
50 W - 4500 lm
GlühlampeLED- Leuchtmittel
15 W2-3 W
40 W6-8 W
60 W9-12 W
75 W13-14 W
100 W15-17 W
200 W30 -34 W

Aus dem Jahrhundertsommer 2018 lernen: SoLaWi

Der trockene Jahrhundertsommer 2018 hat es deutlich gemacht: Die Grundfutterversorgung der Pferde ist nicht selbstverständlich gesichert bzw. laufen die Preise dann aus dem Ruder.

Manchmal ist es nicht so genau zu sagen, ob in einer bestimmten Region ein Grundfuttermangel besteht oder aber Landwirte ihr Grundfutter zurückhalten um auf höhere Preise zu spekulieren.

Und dann berichten in letzter Zeit immer mehr Pferdehalter, dass ihr geliefertes Grundfutter nicht in der Qualität kommet, die Pferdehalter erwarten dürfen: Das Heu ist grau, staubig, zu tief geschnitten und mit Erde versetzt, zu stark gedünkt und mit Nitrat belastet oder sogar mit Schimmelnestern durchsetzt. Ihr kennt das.

In diesem Winter habt Ihr die Gelegenheit, dieses Grundfutterproblem grundlegend für Euren Betrieb zu lösen: SoLaWi: Hinter diesem Kürzel steckt Solidarische Landwirtschaft. Eine Kooperation zwischen Kunde und Landwirt, besser gesagt, eine Wirtschaftsgemeinschaft von Mitlandwirten (Ihr) und dem Landwirt/in.

Warum werdet Ihr Mitlandwirt? Ganz einfach, Ihr legt fest, welches Grundfutter Ihr in welcher Qualität (Schnittzeitpunkt, Düngung, Schnitthöhe, usw.) bekommen möchtet und kalkuliert den Preis zusammen mit dem Landwirt. Diesen gemeinsam kalkulierten Betrag bezahlt Ihr im Voraus in z.B. monatlichen Raten und bekommt dafür im Gegenzug die zugesagte Ernte.

Das ist eine Win-Win- Situation, denn Ihr bekommt das Grundfutter, das Ihr haben wollt und könnt auf die Produktionsbedingungen vertrauen (bio/konventionell, Konservierung, Lagerung, Lieferung, ….) und das auch Euren Kunden versprechen. Ein großer Vorteil für Eure Pferde und für Euren Betrieb, denn immer mehr Kunden legen in einer Zeit der industriellen Landwirtschaft Wert auf bäuerlich produziertes Grundfutter. Die Landwirte profitieren davon, dass ihre Produktion und Abnahme finanziell gesichert ist. Ihr bestimmt die Qualität Eures Grundfutters- Der Landwirt/in hat Planungssicherheit und wird finanziell so ausgestattet, dass er/sie auch noch in den nächsten Jahren Euch fair und regelmäßig beliefern kann.

Geiz mag für manche geil sein, ist aber auf keinen Fall nachhaltig.

Auch über den Aufbau einer SoLaWi kann ein Meisterprojekt genehmigungsfähig sein, auf jeden Fall Teil eines Projektes. Denkt mal drüber nach.

Wer mehr wissen möchte, wie Ihr Euch die Ernte mit einem Landwirt/in teilen könnt, der findet hier ganz viele Infos

 

Weideflächenbedarf

Der notwendige Weideflächenbedarf des Pferdes wird meist unterschätzt. Bei 24h-Weidehaltung fressen Gross- Pferde durchschnittlich ca. 60 – 80 kg Gras.

Um diese Menge aufnehmen zu können, benötigt ein Pferd folgenden täglichen Weideflächenbedarf mit dem Ihr bei Euren Projekten kalkulieren müsst:

 Grashöhe 15 cmGrashöhe 25 cm
Pony 200 kg LM60 m2/Tag30 m2/Tag
Pony 400 kg LM70 m2/Tag40 m2/Tag
Gross- Pferd 600 kg LM100 m260 m2/Tag
Schweres Warmblut 800 kg LM150 m2/Tag80 m2/Tag

Die Weidehaltung ist immer noch die gesündeste und gleichzeitig preiswerteste Pferdehaltung.

Hilfreiche Umrechnungstabelle zur Düngung

Wenn das Ergebnis der Bodenprobe zurück ist, dann muss ein Düngeplan erstellt werden. Dabei wird oftmals eine Umrechnungstabelle benötigt. Die könnt Ihr hier natürlich kostenlos downloaden. Ein Service von Pferdefütterung.eu

Nicht immer lässt es sich vermeiden, dass bei den Pflanzennährstoffen die entweder von der Elementform in die Oxidform umgerechnet werden müssen, oder umgekehrt. Bei diesen Umrechnungen hilft die Umrechnungstabelle in der Düngung.

Wo findet Ihr die kostenfrei herunterzulassende Umrechnungstabelle? Natürlich hier auf dieser Webseite unter Downloads.

Nitrat: Die unterschätzte Vergiftungsgefahr!

Mittlerweile gibt es mehr Tiervergiftungen durch Nitrat, als durch „klassische“ Giftpflanzen.

Eigentlich ist Nitrat (NO3) ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff und auch nicht giftig. Nur wenn Nitrat durch Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft in so hohen Mengen anfällt, dass die Landwirte Gülle und Biogas- Gärreste nicht als Dünger nutzen, sondern auf Ackerflächen und dem Grünland einfach nur entsorgen, dann findet sich das in der Gülle und in den Gärresten befindliche Nitrat ruck-zuck im Trinkwasser, in Gräben, Teichen und Flüssen wieder und die Pflanzen speichern sehr hohe Nitratmengen in ihren Stengeln.

Und genau hier beginnt das Problem für unsere Pferde: Sie reagieren ausgesprochen empfindlich auf überschüssiges Nitrat im Tränkwasser und im Futter. Nitrat ist heimtückisch. Es schädigt gleich dreifach:

  1. Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
  2. Durchblutungsstörungen durch Blutdruckabfall
  3. Gestörte Sauerstoffbindung durch chemische Veränderung der Roten Blutkörperchen (Hämoglobinveränderung)

Bei übermäßiger Nitrataufnahme durch Pflanzen und Wasser führt es zu Verdauungsstörungen, Durchblutungsstörungen und zu Inneren Erstickungen, weil die Roten Blutkörperchen weniger und im Extremfall kein Sauerstoff mehr in die Muskeln und das Gehirn transportiert. Also immer bei nicht erklärbaren Verdauungsstörungen und Leistungsminderungen immer auch an eine schleichende Nitratvergiftung denken.

Saufen Pferde z.B. aus stehenden Gewässern Wasser mit hohen Nitratgehalten, kann dies innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen, die Tiere ersticken, obwohl sie übermäßig atmen. Das typische Innere Ersticken (Anomie).

Wenig Pferdehalter wissen, dass Pferde wesentlich empfindlicher auf Nitrat im Tränkwasser reagieren, als Menschen und denken bei unerklärlichen Leistungsminderungen und Verdauungsstörungen nicht an eine schleichende Nitratvergiftung, sondern reagieren mit einer höheren Kraftfutterfütterung, weil das Pferd so schlapp ist. Jetzt beginnt ein Teufelskreis: Gerade alle Kraftfutterpflanzen, wie z.B. auch Hafer, speichern besonders viel Nitrat. Die Pferde reagieren auf die höhere Kraftfuttergabe mit noch stärkerer Nitratvergiftung und noch schlechterer Leistungsfähigkeit. Spätestens jetzt reagiert manch Reiter/in in seiner Hilflosigkeit auch mit verstärkten, konsequenterem Training und zusätzlichen Energiegaben. Ein klassischer Teufelskreis der leicht in einem Desaster mit Kolik, Magengeschwüren, Kotwasser, Widersetzlichkeiten und einer nicht mehr angemessenen Hilfengebung führt.

Folgende Pflanzen speichern besonders viel Nitrat und problematisch in der Pferdefütterung:

Hafer, Gerste, Mai, Sonnenblumen, Rüben, Rote Beete, Möhren, Raps, Brennnessel. Gräser und Leguminosen sind schlechte Stickstoffsammler, wenn sie moderat gedüngt werden (50 – 70 kg N/Jahr/Hektar). Sehr viel Nitrat durch Nitrit ist in Futterkonserven, die während der Lagerung warm wurden!!!

Jeder, der kein Pferdefutter verkauft, weiß, dass die Samenqualität der Hengst durch Futter oder anderen Zusatzfuttermitteln nicht verbessert werden kann. Anstelle der teuren Zusatzfuttermittel, der Verkäufer ist glücklich, sollten Deckstellenbetreiber einfach einmal das Tränkwasser kontrollieren. In welchen Regionen das besonders wichtig ist, seht Ihr in der unten abgebildeten Karte des Umweltbundesamtes.

Folgende Grenzwerte werden in der Wissenschaft genannt:

NitratgehaltHäufigkeit in DeutschlandVergiftungssymptomeUrteil
0 - 25 mg/Liter60%keinebedenkenlos
25 - 50 mg/Liter20%Leistungsminderungen, Verdauungsprobleme, verminderte Samenqualität, untergewichtige FohlenSchleichende Vergiftung
50 mg/Liter und mehr20%Innere Erstickung (Anoxie), Koliken, Fohlenverluste durch Aborteakute, lebensbedrohende Vergiftung

 

Da nach Information des Umweltbundesamtes nur ca. 60 % des Grundwassers in Deutschland 0- 25 mg Nitrat/l enthält und ca. 40 %mit mehr als 25 mg Nitrat/l belastet ist, kann Grundwasser aus Hausbrunnen zum Tränken der Pferde nur nach sorgfältiger Untersuchung genommen werden. Die nachfolgende Landkarte des Umweltbundesamtes zeigt die größten Nitratrisikoregionen in Deutschland. Wenn die Nitrateinträge so rasant weitergehen, wie in der Vergangenheit, dann werden die Oldenburger ihre Pferde mit Mineralwasser tränken müssen.

Mehr Infos zu diesem Thema findet Ihr hier:

Ende Februar: Jetzt schon wieder an Bodenproben denken!

Sobald nach diesem Wintereinbruch die Böden wieder aufgetaut sind, kann und sollten Bodenproben vom Dauergrünland genommen werden.

Die LUFAs (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten) haben auf ihrer Internetseite hervorragende Anleitungen, wie die Bodenproben zu nehmen sind. Dabei ist sorgfältiges Arbeiten Pflicht, denn 300 – 500 g Boden geben die Realität einer ganzen Weide/ Wiese wieder.

Beim Dauergrünland für Pferde ist eine Standard- Bodenprobe absolut ausreichend. Standard- Bodenprobe bedeutet immer: P, K, Mg, pH- Wert für den Ca- Bedarf.

Eine Nmin- Untersuchung ist nicht notwendig. Bei der N- Düngung ist sowohl die Schonung der Umwelt, die Futtermittelqualität als auch die Ertragserwartung in eine vertretbare Balance zu bringen. Diese Abwägung ist ein typischer Prozess in der nachhaltigen Bewirtschaftung eines Betriebes. Es gilt die drei Faktoren Umwelt, Ökonomie und Soziales in Einklang zu bringen.

Als Idealdüngemenge eines Wachstumsjahres für den Pflanzennährstoff Stickstoff (N) gilt:

50 – 70 kg N/Jahr/Hektar

Alle angehenden Pferdewirtschaftsmeisterinnen/er, die in diesem Jahr ihr Projekt beginnen, sollten grundsätzlich alle Dauergrünlandflächen beprobten, damit, gleich wie das Projekt dann verläuft, immer auch Untersuchungswerte vorliegen. Sollte sich nämlich im Laufe des Projektes herausstellen, dass Bodenproben hätten vorliegen sollen oder müssen, sind diese nachträglich nicht mehr zu beschaffen. Im schlimmsten Falle muss das Projekt wiederholt werden.

Nehmen wir einmal an, zu einem bestimmten Zeitpunkt bekommen Eure Pferde Koliken oder Hufprobleme. Dann wäre es für Euer Projekt segensreich, mit dieser Situation umzugehen und diesen Prozess zu dokumentieren. Sichere und professionelle Aussagen sind dann aber nur zu machen, wenn genaue Aussagen zur Nährstoffversorgung des Grünlandes vorliegen. Und das geht ohne Bodenprobe nicht seriös.

Ich will auch darauf hinweisen, dass in vielen Fällen eine ordnungsgemäße Beprobung zur guten fachlichen Praxis eines Pferdebetriebes  und deshalb zur pflichtgemäßen Aufgabe des Betriebsleiters/in gehört. Und deshalb gehören Bodenproben zum Standardgeschäft und somit in ein Projekt, auch wenn es sich vorrangig nicht mit dem Grünlandmanagent beschäftigt.

Hier in der Eingangsbearbeitung landen Eure Bodenproben und werden in die Laborbehältnisse umgefüllt. Wer seine nicht lesbar und dauerhaft beschriftet hat, wird sie nie wiederfinden.

Praxistipp:

  • Hilfreich bei der Probennahme ist ein Grünland- Bohrstock, den die LUFA NRW für 45.- anbietet. Dort können gleich die kostenfreien Bodenprobentüten, Antragsformulare und Anleitungen mitbestellt werden.
  • Die regionalen LUFAs Eures Bundeslandes findet Ihr hier: www.vdlufa.de . Auf der Seite könnt Ihr dann auch sehen, ob es Probentüten, Abholpunkte gibt oder Infomaterial heruntergeladen werden kann.
  • Generell könnt Ihr jede LUFA in Deutschland nutzen. Dennoch empfehle ich den regionalen Anbieter, weil die Düngeempfehlungen dann auch regional sind, denn zwischen einer Marsch- und einer Almweide gibt es mehr als minimale Unterschiede. Und ob sich die Niedersachsen mit Almen auskennen?
  • Eine Bodenprobe (P,K,Mg,pH) kostet durchschnittlich zwischen 10 – 20 €.
  • Wenn Ihr Probleme mit der Probennahme habt, weil Euch die Erfahrung fehlt, dann fragt einfach mal bei einem gut arbeitenden Landwirtschaftsmeister nach. Der sagt Euch auch, um welche Bodenart es sich handelt.